Augenarzt, Orthoptist, Optometrist, Optiker: wer macht was?
Der Augenarzt (Facharzt für Augenheilkunde, auch Ophthalmologe genannt) hat zunächst Medizin studiert und sich danach mehrere Jahre lang auf das Auge spezialisiert. Als einziger in diesem Feld darf er Krankheiten diagnostizieren, Medikamente verordnen und operieren. Im Alltag arbeitet er eng mit nichtärztlichen Fachleuten zusammen.
| Augenarzt | Orthoptist | Optometrist | Optiker | |
|---|---|---|---|---|
| Ausbildung | Arzt mit Facharztausbildung | Gesundheitsfachberuf | Fachberuf Sehen | Handwerk und Beratung |
| Schwerpunkt | Alle Erkrankungen von Auge und Lidern | Beidäugiges Sehen, Augenmuskeln, Schielen | Messung der Sehleistung und Brechkraft | Brillen und Kontaktlinsen |
| Diagnose stellen | Ja | Nein, unterstützt mit Messungen | Nein, erkennt Auffälligkeiten und überweist | Nein |
| Medikamente verordnen | Ja | Nein | Nein | Nein |
| Operieren, Laser, Injektionen | Ja | Nein | Nein | Nein |
| Typische Leistung | Untersuchung, Therapie, Eingriffe | Sehschule, Abdecktherapie, Vorabmessungen | Refraktion, Sehtests | Anpassung und Fertigung von Sehhilfen |
In der Praxis laufen Messwerte, OCT-Bilder, Verordnungen und Verlaufskontrollen meist in einer spezialisierten Augenarzt-Software in Luxemburg zusammen. So lassen sich Befunde von einem Termin zum nächsten vergleichen und im Team teilen.
So ist das Auge aufgebaut
Auf dem Weg zur Netzhaut passiert das Licht Hornhaut, Kammerwasser, Pupille, Linse und Glaskörper. Der Sehnerv leitet das Bild dann ans Gehirn weiter. Jeder dieser Teile hat seine eigenen typischen Erkrankungen. Tippen Sie auf eine Nummer oder einen Begriff.
Wann Sie zum Augenarzt gehen sollten
Manche Augenkrankheiten, etwa das Glaukom, verursachen lange keine Beschwerden. Regelmäßige Kontrollen sind deshalb sinnvoll, auch wenn Sie gut sehen.
Ein Termin ist ratsam bei
- unscharfem Sehen in der Ferne oder Nähe, Kopfschmerzen beim Lesen
- Doppelbildern, Lichthöfen oder starker Blendung bei Nacht
- anhaltend geröteten, juckenden oder tränenden Augen
- Diabetes, Bluthochdruck oder Dauermedikamenten mit Wirkung aufs Auge
- Glaukom oder Makuladegeneration in der Familie
- einem Kind, das schielt, die Augen zusammenkneift oder sehr nah an Bildschirme geht
- dem Wunsch, künftig ohne Brille auszukommen
Notfall: noch am selben Tag handeln
- plötzlicher Sehverlust, auch nur auf einem Auge
- neu auftretende Lichtblitze, Rußregen oder ein Schatten im Gesichtsfeld
- starker Augenschmerz mit rotem Auge und Übelkeit
- gerade Linien erscheinen plötzlich verzerrt
- Verätzung oder Verletzung des Auges
Empfohlene Kontrollabstände nach Alter
- SäuglingeNach Rücksprache mit dem KinderarztWeiße Pupille, Augen folgen nicht, Tränenfluss
- 3 bis 6 JahreMindestens einmal vor der EinschulungSchielen, Schwachsichtigkeit
- Kinder und JugendlicheAlle 1 bis 2 Jahre bei BrilleFortschreiten der Kurzsichtigkeit, Bildschirmzeit
- 20 bis 40 JahreAlle 2 bis 3 Jahre ohne BeschwerdenTrockene Augen, Kontaktlinsen
- Ab 40 JahrenAlle 1 bis 2 JahreAlterssichtigkeit, Glaukom-Vorsorge
- Ab 60 JahrenJährlichGrauer Star, AMD, Glaukom
Typische Untersuchungen beim Augenarzt
Zu Beginn fragt der Arzt nach Beschwerden, Vorerkrankungen und Medikamenten. Danach wählt er die passenden Untersuchungen aus, die meisten dauern nur wenige Minuten und tun nicht weh. Werden die Pupillen mit Tropfen erweitert, sehen Sie danach einige Stunden verschwommen: Fahren Sie in dieser Zeit nicht selbst Auto.
Häufige Sehfehler und Augenerkrankungen
Von der einfachen Fehlsichtigkeit bis zur Erkrankung, die das Sehvermögen bedroht: die Situationen, mit denen Augenärzte am häufigsten zu tun haben.
Moderne Behandlungsverfahren
Laser, Kunstlinsen, Transplantationen und Injektionen: Kaum ein Fach hat sich technisch so rasant entwickelt wie die Augenheilkunde. Die meisten Eingriffe erfolgen ambulant und unter örtlicher Betäubung mit Tropfen. Welches Verfahren passt, entscheidet immer eine individuelle Voruntersuchung.
Ein Fach, viele Schwerpunkte
Viele Augenärzte vertiefen sich in ein bestimmtes Gebiet. Je nach Erkrankung werden Sie deshalb unter Umständen an einen Kollegen mit dem passenden Schwerpunkt überwiesen.
Was Sie selbst für Ihre Augen tun können
Sonnenbrille mit echtem UV-Schutz
Gläser mit 100 % UV-Filter wählen, Kategorie 3 für starke Sonne, Kategorie 4 im Hochgebirge. Schnee reflektiert die Strahlung besonders stark.
Bildschirmpausen einplanen
Alle 20 Minuten für 20 Sekunden in etwa 6 Meter Entfernung schauen und bewusst blinzeln. Das beugt trockenen Augen vor.
Kinder an die frische Luft
Tägliche Zeit im Freien ist mit einem langsameren Fortschreiten der Kurzsichtigkeit bei Kindern verbunden.
Rauchfrei bleiben
Rauchen erhöht das Risiko für Grauen Star und Makuladegeneration. Ein Rauchstopp schützt auch das Sehen.
Abwechslungsreich essen
Grünes Blattgemüse, buntes Obst und fetter Seefisch liefern Nährstoffe, die der Netzhaut guttun.
Allgemeinerkrankungen gut einstellen
Gut eingestellter Blutzucker und Blutdruck senken das Risiko von Augenschäden deutlich. Bei Diabetes ist eine jährliche Netzhautkontrolle empfohlen.